28. März 2018

Digitalisierung wird Arbeitsplätze kosten

 

 

Wie einer Werbebroschüre zu entnehmen ist: „‚AI must assist humanity.‘ Roboter mit künstlicher Intelligenz können zum Beispiel gefährliche, stumpfsinnige oder schmutzige Tätigkeiten übernehmen und Menschen von genau diesen Tätigkeiten befreien.
Was leider nicht beschrieben wird… was machen die „befreiten“ Menschen dann eigentlich?

Im Bereich der Digitalisierung wird immer wieder davon gesprochen, auch um etwaige Bedenken zu zerstreuen, dass jede technologische Revolution der Vergangenheit auch neue Arbeitsstellen geschaffen hat. Jedoch ist die Annahme, dass dies immer –und automatisch- der Fall sein wird, grundsätzlich gefährlich. Vielmehr muss das Hauptaugenmerk auf das Finden von Arbeitsstellen gelegt werden, die nicht durch (selbstlernende) Computersysteme erledigt werden können und die Bildung gezielt dafür ausgerichtet werden.
Denn viele Arbeitsbereiche weisen einen hohen Anteil an Routinearbeiten auf: Kundendienst, Montage, aber auch eher ungewohnte Bereiche wie das Fahren von Lastwagen. Nicht umsonst haben sich die Lastwagenfahrer in den USA kürzlich an den Präsidenten und Kongress gewandt, um weitere Tests mit autonomen LKWs zu beenden. Und das autonome Fahren, ungeachtet der Unfälle der letzten Zeit wird sich wohl durchsetzen. Was das für den Beruf des Taxifahrers bedeuten wird, kann man sich wohl vorstellen. Das Kernproblem ist, dass Künstliche Intelligenz, Computersysteme und Roboter im Bereich der Routinearbeiten fast kosten- und konkurrenzlos sind. Und das ggf. rund um die Uhr, ohne dabei zu ermüden. Die wegfallenden Stellen werden durch qualifizierte Wartungstechniker und IT-Experten nur in geringem Umfang ausgeglichen.
Und das Zeitfenster um sich auf den Wandel einzustellen, ist nicht so üppig, wie ursprünglich angenommen. Redete man in der Vergangenheit von 30-40 Jahren, kann man diese Spanne mittlerweile auf höchstens 10 bis 15 Jahre reduzieren. Als treibende Kraft stagnieren die USA zwar immer mehr, sind aber meilenweit davon entfernt ein Komplettausfall zu sein. Japan, vor allem aber China, sind die neuen Motoren. Ebenso wie Japan weist China eine hohe Technikaffinität auf und wenige Ressentiments im Bereich der KI-Entwicklung. Zudem hat China die Nachahmungsphase längst hinter sich gebracht und setzt selbst deutliche Akzente in Technik und Entwicklung. Lebensgewohnheiten und Technik sorgen für das schnelle Anwachsen des wichtigsten Elementes der Digitalisierung: Daten. Je mehr, je schneller, desto rasanter wird die Entwicklung sein. Denn gerade die wachsenden Datenmengen befeuern die KI-Entwicklung rasant. Und die daraus entstehenden Entwicklungen kommen als Importe auch zu uns nach Deutschland. Es gilt also jetzt schon die Weichen auch bei uns zu stellen. Und nicht blind darauf zu vertrauen, dass der Wandel garantiert neue Arbeitsplätze schaffen wird. Denn die Zahl der Arbeitsplätze, wo sich Mensch und Maschine ergänzen ist endlich und gegenüber der schieren Zahl an Routinejobs, in denen KI dem Menschen deutlich überlegen ist, eher gering. Die Augen zu verschließen und nur hoffnungsvoll alles auf sich zukommen zu lassen, dürfte wohl der schlechteste Ansatz sein.

 


Tags/Schlagworte dieses Artikels: Review, Aktionsrückschau, BigData, Digitalisierung

 

Artikelgröße:
452 Wörter, 2784 Zeichen exklusive Leerzeichen, 3235 Zeichen insg.

 

Permanenter Link zu diesem Artikel:
http://andreasneumann.politik-wechsel-jetzt.de/index.php?id=1522253625-181345


 

Zurück zur Startseite

 

 
 

 

 

 

 

 


andreasneumann.politik-wechsel-jetzt.de oder phelan.politik-wechsel-jetzt.de